Ab wann gibt es Krankengeld?

Krankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse an Arbeitnehmer ab der 7. Woche einer Erkrankung mit Arbeitsunfähigkeit. Zuvor zahlt der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Arbeitslose Bezieher von ALG I erhalten sofort nach Feststellung des Anspruchs Krankengeld. Der Anspruch entsteht grundsätzlich, wenn ein Krankenversicherter arbeitsunfähig wird (§ 44 Absatz 1 SGB V). Auch Arbeitslose sind durch eine Krankheit arbeitsunfähig.

Auch ein Schwangerschaftsabbruch, Sterilisation, eine stationäre Behandlung oder eine Rehabilitation bewirken den Anspruch auf Krankengeld. Bei bestimmten Versicherungen zum Beispiel für Selbstständige muss der Anspruch auf Krankengeld gesondert erklärt und versichert werden. Bezieher von ALG II erhalten dieses während der Krankheit weiter. Familienversicherte, die keinen Verdienstausfall wegen einer Arbeitsunfähigkeit erleiden, haben auch keinen Anspruch auf Krankengeld. Der Anspruch auf diese Leistung entsteht schon mit der ärztlichen Feststellung.

Auch Selbstständige erhalten bei einer Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld dieses erst ab der siebenten Woche, wenn sie nicht die frühere Zahlung gesondert versichern. Bei Krankenhausbehandlungen und stationären Rehas wird das Krankengeld sofort gezahlt. Der Anspruch darauf ruht, wenn der Arbeitgeber im Normalfall die sechswöchige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall leistet.

Krankengeld
Foto: © Morganka (bigstockphoto)

Während der Elternzeit sowie beim Bezug anderer Entgeltersatzleistungen erhalten Betroffene ebenfalls kein Krankengeld. Arbeitnehmer erhalten wiederum im Krankheitsfall das Krankengeld in den ersten vier Wochen bei einem neuen Arbeitgeber, weil in dieser Zeit noch keine Entgeltfortzahlung geleistet wird.

Für den Krankengeldanspruch muss die Arbeitsunfähigkeit der Krankenkasse gemeldet worden sein. Dazu ist der Versicherungsnehmer verpflichtet (nicht sein Arbeitgeber). Krankengeld können die Versicherten zeitlich unbegrenzt erhalten, aber wegen derselben Krankheit höchstens für 78 Wochen innerhalb von drei Jahren.


Antwort vom - Kategorien: Recht & Gesetz, Arbeitsrecht, Krankengeld

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