Ab wann muss die Krankmeldung abgegeben werden?

Das Entgeltfortzahlungsgesetz (EntFG) sagt aus, dass eine Krankmeldung „zeitnah“ erfolgen muss. Diese Meldung hat nach der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit spätestens am Folgetag beim Arbeitgeber vorzuliegen, wenn die Krankschreibung mindestens vier Tage umfasst.

Arbeitgeber können aber die Krankmeldung auch schon am ersten Tag und auch für kürzere Erkrankungen verlangen. Wer gegen diese Regeln verstößt, riskiert eine Abmahnung und möglicherweise finanzielle Konsequenzen. Sollte die Krankheit über die erste Krankschreibung hinaus andauern, ist auch die Folgebescheinigung wiederum unverzüglich einzureichen.

Zu unterscheiden ist zwischen der Krankmeldung, die auch mündlich erfolgen kann, und dem ärztlichen Attest, das nicht unmittelbar ausgestellt werden muss. Auch die Krankenkasse muss informiert werden. Der Arzt händigt dem Patienten drei Blätter aus: Eines dient der Vorlage beim Arbeitgeber, das zweite der Vorlage bei der Krankenkasse und das dritte den eigenen Unterlagen.

Krankmeldung
Abbildung: © Elnur (bigstockphoto)

Die Krankenversicherung muss innerhalb der ersten Kalenderwoche nach Krankschreibung informiert werden. Wenn Arbeitgeber per Vertrag fixieren, dass die Krankmeldung schon am ersten Tag und auch bei einem einzigen Tag Arbeitsausfall erfolgen muss, dann ist das für den Arbeitnehmer bindend. Tarifverträge oder eine Betriebsvereinbarung können diesem Verlangen des Arbeitgebers aber explizit entgegenstehen. Dieser arbeitsrechtliche Konflikt muss dann unter Umständen vom Betriebsrat oder gar von einem Anwalt geklärt werden. Mit den Tagen bis zur Krankmeldung sind immer Kalender-, nicht Werktage gemeint.


Antwort vom - Kategorien: Recht & Gesetz, Arbeitsrecht, Krankmeldung

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