Was geschah am 19.12.2016 in Berlin-Charlottenburg?

Nach zahlreichen Medienberichten zufolge raste am Abend des 19.12.2016 gegen 20:00 Uhr ein LKW in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg. Nach ersten Meldungen kamen dabei mindestens neun Menschen ums Leben und 50 weitere wurden zum Teil schwer verletzt (Updates dazu siehe unten). Die Polizei bat die Berliner, zu Hause zu bleiben und evtl. vorhandenes Bild- und Video-Material über das BKA Hinweisportal einzureichen, aber nicht zu veröffentlichen, um die Spekulationen über die bislang unklaren Hintergründe nicht anzuheizen.

Der mutmaßliche Fahrer des LKW konnte festgenommen werden. Laut Berichten aus Sicherheitskreisen soll er pakistanischer oder afghanischer Staatsangehörigkeit sein. Im vermutlich gestohlenen LKW mit polnischen Kennzeichen wurde zudem ein Toter Beifahrer entdeckt.

Die folgenden unkommentierten Video-Aufnahmen entstanden unmittelbar nach dem Unglück und zeigen die ersten Rettungsmaßnahmen der Sanitäter sowie der Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei.

Video-Quelle: washingtontimes.com

22:00 Uhr - Ob es sich um einen terroristischen Anschlag handelt, wird zur Stunde untersucht. Die Ermittlungen der Sicherheitsbehörden laufen auf Hochtouren. Laut Bundesjustizminister Heiko Maas übernimmt der Generalbundesanwalt den Fall.

01:55 Uhr - Die Polizei meldet zur Stunde zwölf Tote und 48 verletzte Menschen, welche in Krankenhäusern versorgt werden. Die Charité ruft den Notstand aus.

02:45 Uhr - Die Polizei meldet: Der im Lastwagen aufgefundene tote Beifahrer war polnischer Staatsbürger. Laut dem Eigentümer einer polnischen Spedition gehörte der Lastwagen seiner Firma. Der Kontakt zum Fahrer sei um ca. 16:00 Uhr abgebrochen.

04:00 Uhr - In Sicherheitskreisen wird nun zunehmend von einem Terroranschlag ausgegangen. In verschiedenen deutschen Bundesländern und auch in Frankreich wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft.

05:51 Uhr - Die Ermittler gehen nun auch offiziell davon aus, dass der LKW vorsätzlich in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gesteuert wurde und veröffentlichten entsprechende Meldungen.

06:50 Uhr - Die Vorbereitungen zum Abtransport des LKW beginnen. Der Tatort bleibt weiterhin vollständig abgeriegelt.

13:00 Uhr - Pressekonferenz mit Bürgermeister Michael Müller und Innensenator Andreas Geisel um die Öffentlichkeit über die Ermittlungen zu informieren.

Der auf dem Beifahrersitz leblos aufgefundene Lukasz U. war der eigentliche Fahrer der Spedition. Dieser wurde offenbar während bzw. unmittelbar nach dem Anschlag vom Attentäter erschossen, wie die Untersuchungen und die Obduktion ergaben. Er wurde von seinem Cousin auf Polizeifotos identifiziert.

Der 23-jährige Pakistaner, welchen die Polizei zunächst als mutmaßlichen Fahrer festnahm, wurde am Dienstag wieder auf freien Fuß gesetzt, da sich die Vermutungen, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, nicht bestätigten. Zuvor wurde er für weitere Untersuchungen und Verhöre nach Karlsruhe überführt. Der oder die bewaffneten Täter sind also weiterhin auf der Flucht und die Fahndung läuft.

Vertreter der Politik bekunden in der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz ihr Beileid und tragen sich in das Kondolenzbuch ein. Weltweit wird Anteil genommen.

Die Terror-Miliz IS (Islamischer Staat) hat sich zu dem Anschlag bekannt. Es wird geprüft, ob die Meldungen authentisch sind und verifiziert werden können.

14 schwerverletzte Opfer befinden sich noch in Lebensgefahr.



21.12.2016 - Die zuständigen Behörden fahnden nun europaweit nach dem 24-jährigen Verdächtigen Anis Amri, welcher sich laut Ermittlern noch in Berlin aufhalten könnte und der mutmaßliche Fahrer des Anschlags-LKW sein soll.

Für Hinweise, welche zur Ergreifung des mutmaßlichen Berlin-Attentäters Anis Amri führen, wurde eine Belohnung von 100.000 € ausgesetzt.



23.12.2016 - Der Terrorverdächtige Anis Amri wurde gegen 03:00 Uhr am Bahnhof in Mailand kontrolliert und im Verlauf von einer Polizeistreife erschossen, nachdem er sich nicht ausweisen wollte und selbst das Feuer eröffnete.

Die Meldung wurde vom italienischen Innenminister bestätigt, welcher auch mitteilte, dass ein Polizist während des Schusswechsels verletzt wurde.


Antwort vom - Kategorien: Journalismus, Nachrichten, Deutschland, Berlin

Anzeige

Auch interessant