Was ist die Schufa?

Die Schufa, eine Holding AG, ist die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ mit Sitz in Wiesbaden. Sie sammelt Daten zur Bonität von natürlichen und juristischen Personen und übermittelt diese auf Anfrage an ihre Kunden, die im Rahmen ihrer Geschäftsbeziehungen Schufa-Auskünfte einholen. Jede Person kann die eigene Schufa-Auskunft einholen. Es handelt sich bei der Schufa um eine privatwirtschaftliche Wirtschaftsauskunftei, deren Aktionäre Kreditinstitute, Dienstleister (Telekommunikations-, Wohnungs- und Leasinggesellschaften) sowie Handelsunternehmen sind.

Mit Stand Frühjahr 2017 verfügt das Unternehmen Schufa über fast 800 Millionen einzelne Datensätze zu über 66 Millionen natürlichen Personen und etwas über fünf Millionen Unternehmen. Jährlich werden an sie rund 130 Millionen Anfragen zur Kreditwürdigkeit gestellt. Der Schufa-Umsatz beträgt etwa 145 Millionen Euro jährlich bei 750 Mitarbeitern.

Schufa
Foto: © SCHUFA Holding AG

Gegründet wurde das Unternehmen Schufa in anderer Rechtsform im Jahr 1927, um das Zahlungsverhalten von Verbrauchern und Unternehmen zu bewerten. In der Zeit der damaligen Weltwirtschaftskrise war das sehr bedeutsam, Unternehmen mussten sich vor Zahlungsausfällen von finanzschwachen Kunden schützen. Zunächst war die Schufa in Regionalgesellschaften organisiert, die Bundes-Schufa gibt es seit 1952.

Die von ihr erhobenen Daten unterliegen dem Datenschutz und dürfen als Kundendaten bei einem Kauf, Miet-, Leasing- oder Telekommunikationsvertrag nur nach dem Einverständnis von Betroffenen übermittelt werden („Schufa-Klausel“). Daten über Forderungen dürfen nach rechtskräftigem Urteil, Vollstreckungstitel nach § 794 ZPO, Vermerk in der Insolvenztabelle, Anerkennung durch den Schuldner, mehrmaliger Mahnung und Ankündigung der Datenweitergabe an die Schufa übermittelt werden.

Die Schufa sammelt selbst Daten zum Beispiel über Insolvenzen und die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung. Auch bestehende Pfändungsschutzkonten sind bei der Schufa vermerkt, weshalb Banken gelegentlich vor der Einrichtung eines solchen Kontos warnen. Banken und sonstige Vertragspartner der Schufa, die selbst solche Daten abfragen, übermitteln sie auch an die Schufa, so etwa Kreditanfragen. Kreditinteressenten müssen wissen, dass sie aus diesem Grund innerhalb von zehn Tagen stets nur eine potenziell erfolgreiche Kreditanfrage bei einer beliebigen Bank stellen können. Sobald die Schufa hierüber Kenntnis erhält, senkt sie den Schufa-Score des Interessenten für zehn Tage so weit ab, dass ihm keine andere Bank einen Kredit bewilligen würde. Das schützt alle Beteiligten vor einer Überschuldung der betreffenden Person.

Die gespeicherten Daten sind die Kontaktdaten, finanzielle Rahmenbedingungen bestehender Geschäfte (Konto-, Kreditkarten-, Kredit-, Miet-, Versandhandel-, Leasing- und Telekommunikationsverträge), abweichendes Zahlungsverhalten, Missbrauch von Konten oder Kreditkarten, Insolvenz, Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung und/oder Haftbefehl zur Erzwingung dieser Abgabe sowie Anfragen nach den erwähnten Geschäften. Einkommen, Vermögen und Kontostände kennt die Schufa nicht.


Antwort vom - Kategorien: Finanzen, Bonitätsprüfung, Schufa

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